Wenn es denn nun mal nicht sein soll….

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Manches ist aber auch wirklich wie „verhext“ – oder soll vielleicht einfach nicht sein. Aber beurteilt es doch einfach selbst:  

Einem Fado-Abend laufe ich seit 2015 hinterher. Mittlerweile sind wir zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren in Lissabon – jedesmal eine Woche – und jedesmal wohnen wir direkt in der Alfama – wo ringsum der Fado zuhause ist. Und jedesmal gab es tausend Gründe warum ich eben doch noch nicht bei einem Fado-Abend war. Entweder keine Lust mehr, abends nochmal raus zugehen – oder keine Lust alleine weg zu gehen (wenn der Mann grade nicht so fit ist zum mitgehen) – oder der falsche Wochentag – oder die Kneipe geschlossen – irgendwas war immer.

Aber heute soll es nun klappen. Eine einstündige Kulturveranstaltung mit traditionellem Fado. Schon am frühen Abend – ohne Verzehrzwang – wir beide fit – ideale Bedingungen!  Wir stehen pünktlich um 18 Uhr vor dem Lokal. Gerade wird geöffnet. Wir fragen nach dem Fado-Abend und bekommen bestätigt, dass es um 19 Uhr losgeht. In der Beschreibung hieß es, die Plätze seien knapp – deshalb sind wir früher da. Wir finden ein lauschiges Sitzplätzchen in dieser sehr speziell eingerichteten Bar, bestellen uns Cocktails und freuen uns auf das was da kommt. So ein Warte-Stündchen geht ja fix rum wenn man sich unterhält.

Um fünf vor sieben kommt jemand mit einem Musikinstrument und verschwindet in Richtung Toilette. Die Vorfreude steigt. Es wird 19 Uhr, es wird fünf nach sieben – nichts passiert. Ab und zu kommt der Mensch mit dem Musikinstrument mal wieder ins Blickfeld und plaudert entspannt mit den Kellnern. Wir bestellen einen zweiten Cocktail und warten geduldig. Es sitzen ja viele andere Gäste da – und man weiß ja, dass im südlichen Europa die Pünktlichkeit anders interpretiert wird …..

Um halb acht sind wir immer noch entspannt – aber ich besuche mal die Toilette. Komisch – direkt daneben geht es weiter zu anderen Räumen – ein Kellner steht vor einer Absperr-Kordel – und es hört sich so an als ob …….. nein – das ist ja wohl nicht wahr …… tatsächlich, da klingt es nach Fado. Der Kellner, bei dem ich mich erkundige, bestätigt mir – ja, dort in den hinteren Nebenräumen ist die Fado-Veranstaltung. Läuft seit einer halben Stunde…….. Ich schwanke zwischen Ärger und heftigem Lachanfall.

Da die Veranstaltung 20 Euro Eintritt pro Nase kostet, entscheiden wir, dass wir das für die verbleibende halbe Stunde nicht mehr investieren. Also war es zwar ein leckerer Cocktail-Abend – aber mal wieder ohne Fado ……… Es soll wohl nicht sein – zumindest auch dieses Jahr noch nicht. Wir nehmen es mit Humor. Hätten wir genauer gefragt und weniger unserem Vorurteil der südlichen Unpünktlichkeit vertraut – ja, dann hätte es heute geklappt. Aber …. hätte hätte  ….. Fahrradkette ….

So grüße ich aus dem sonnigen Lissabon – noch immer ohne Fado-Erfahrung – und wünsche viel Freude mit Ihren / Euren Fahrradketten-Erfahrungen 😉

Lydia Gajewsky

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2 Gedanken zu “Wenn es denn nun mal nicht sein soll….

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