Tsunami der Worte

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In den Adventswochen erhöht sich die Anzahl der Worte pro Minute. Täglich. Stündlich. Immer mehr Worte bekomme ich angeboten. Worte, über die ich nachdenken „sollte“. Worte, zu denen ich Stellung beziehen „müsste“. Worte, die meinen Widerspruch – oder auch Zuspruch herausfordern. Alles ist selbstverständlich „gut gemeint“! Weiterlesen

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…und vorwärts, rückwärts, seitwärts, ran….

Heute ist „VORWÄRTS“ dran !

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Rückblende:
November 1982: Klassenausflug (4. Klasse)  ins Schullandheim in der Rhön. Ich als begleitende Lehrkraft dabei. Ein Waldweg unterhalb vom Grabenhöfchen. Schietwetter – wir alle in Ostfriesen-Nerze verpackt und mit völlig verdreckten Schuhen. Die Kinder schon ganz schön müde nach bereits guten 10 km Wandermarsch. Wie motiviert man die Horde dennoch? Genau – frau stimmt einen Vers an, auf den sich trefflich laufen (bzw. marschieren) lässt. Nämlich: Weiterlesen

EIGENTLICH…

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….. ist das ja Unkraut, Wildwuchs, unerwünscht, ungepflegt – und EIGENTLICH wollte ich schon seit Tagen endlich diesen wilden Trieb an der Heckenrose abschneiden, der da so völlig ungeniert einfach in den Himmel wächst – Weiterlesen

Die Rehabilitation des Jammerns

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Jammern ist out. Jammern ist schlecht. Jammern „nervt“.

Jammern ist eine deutsche Unsitte, wird immer mehr, zeugt (angeblich) von Antriebs-Schwäche, wird missbraucht um etwas zu erreichen – Weiterlesen

Die Sache mit dem Gewissen

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Ich bin katholisch erzogen worden.

Ab dem 9. Lebensjahr wurde ich jede Woche zur Beichte geschickt, und habe mir dann immer vorher überlegt, was ich in der vergangenen Woche alles falsch gemacht hatte. Den Eltern nicht gehorcht, jemanden angelogen, unkeusche Gedanken gehabt, den Bruder geärgert, etc. Der Pfarrer hörte sich das an, widersprach mir nicht und gab mir „zur Sühne“ auf, ein oder zwei Vater Unser zu beten.

Das nannte man vor knapp fünfzig Jahren Gewissensbildung. Weiterlesen

„Denkste!“ sagte das Leben

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……. während ich es plante……..

Du absolut chaotisches, verrücktes Jahr 2015 – ja, Du gehst tatsächlich dem Ende zu. Machen wir den Abschied bitte kurz – tschüss, schön dass Du da warst, danke für die Geschenke – und nun mach Dich vom Acker! Bitte verkrümel Dich mit genau dem Tempo, mit dem Du mich völlig außer Puste zurück lässt. Du Achterbahn-Monster, Du fliegender Teppich. Weiterlesen

Mein sinnlicher Herbst

Wie schmeckt eigentlich Herbst? Welche Geräusche schenkt er uns? Mit welchen Reizen kitzelt er unsere Nase? Womit beeindruckt er unsere Augen?  Und wie fühlt er sich an? …

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Die Fahrradkette und der Konjunktiv

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… hätte hätte Fahrradkette … geht’s dabei eigentlich um Grammatik oder um die Lebenseinstellung?

Diese Flut an Sätzen mit – hätte – würde – könnte – sollte – müsste – wäre – woher kommt sie eigentlich? Ich finde sie in meinem eigenen Kopf, in meinen gedachten Worten – aber genauso oft in gesprochenen und geschriebenen Texten meiner Mitmenschen. Mit einer Ausnahme: mein Enkel benutzt diese Worte (noch) nicht.

Diese Worte scheinen mir häufig Sinn-entleert und überflüssig. Aber es macht mich neugierig, warum wir sie so gerne benutzen. Also habe ich mich auf die Suche gemacht. Wikipedia und andere Quellen bringen mich in die Schulzeit zurück… Weiterlesen

Der lästige „Zu“-Flüsterer zwischen meinen Ohren

Dienstag 8:45 Uhr mit dem Auto auf dem Weg zur Arbeit…
Mitschrift meiner Gedanken:
…Die Nacht war kurz. Es war wieder warm trotz dünner Decke und laut wegen des offenen Fensters.
Die Zeit fürs Frühstück war knapp, der Kaffee kalt, das Obst wenig, die Waage ehrlich.
Ich bin spät dran, denn viele Autos um mich herum fahren chaotisch;
viele kommen an der Ampel spät vom Fleck und trödeln langsam durch den Morgen.
Der Radiosprecher redet schnell,  laut und hektisch.
Im Büro warten ein Kalender mit enger Terminfolge und ein voller Schreibtisch……..
Ganz normaler Alltag eben.

Aber ich habe etwas unterschlagen –  Weiterlesen

Diagnose HAO – Hyperaktives Appell-Ohr

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Wie beruhigend – endlich weiß ich, was da „kaputt“ ist. Dieses jahrelange Rätseln, ob meine Familienmitglieder oder Arbeitskollegen (oder wildfremde Menschen) zu wenig Verständnis haben – ob sie zu anspruchsvoll sind – ob ich von ihnen ausgebeutet werde – oder ob ich vielleicht zu wehleidig bin – ob ich einfach nicht schnell genug arbeite – oder zu viel faulenze – oder oder oder ……..

Immer dreht(e) es sich um „nicht genug“ oder „zu viel“ im Miteinander. Und fand doch „nur“ in meinem Kopf statt. Weiterlesen